Kieferchirurgie

Bei sehr ausgeprägten Kieferanomalien kann alleine mit einer kieferorthopädischen Behandlung nicht geholfen werden. In diesem Fall wird mit einem Kieferchirurgen, der sich auf solche Fälle spezialisiert hat, zusammen die Behandlungsplanung durchgeführt und eine kombinierte kieferchirurgische und kieferorthopädische Behandlung angedacht.

Nach Erstellung der Erstdiagnostik werden anhand von Modellen, Röntgenbildern und Fotos die vorhandenen Zahn- und Kieferfehlstellungen analysiert und der Behandlungsplan festgelegt. Alle Zähne müssen vom Allgemeinzahnarzt in einen gut versorgten Zustand gebracht werden. Das bedeutet einen kariesfreien und provisorisch gutversorten Ausgangszustand, sowie gesundes Zahnfleisch und intakten Zahnhalteapparat.

Es folgt die Ausformung (Begradigung) der Zahnreihen mit Hilfe von festen Zahnspangen. Die Zahnbögen werden nun ca. 1 Jahr vom Kieferorthopäden auf die OP vorbereitet. Vorübergehend kommt es zu einer subjektiven Verschlechterung der Zahnstellung, da die körpereigene Kompensation wieder rückgängig gemacht wird.

Sind die Zähne vorbereitet, so wird eine Kiefervermessung durchgeführt und mit dem Chirurgen zusammen der OP-Plan besprochen. Unter stationären Bedingungen findet die Kieferverlagerung statt. Da alle Eingriffe vom Mund aus durchgeführt werden entstehen keine sichtbaren Narben. Nach ca. 5 Tagen geht die kieferorthopädische Feineinstellung weiter. Noch für 3 bis 9 Monate bleibt die feste Zahnspange im Mund, danach werden zur Feineinstellung Positioner und lose Zahnspangen zum Halten des Behandlungsergebnisses für nachts eingesetzt. Nun können die definitiven prothetischen und konservierenden Maßnahmen, z.B. neue Füllungen, Kronen und Implantate durch den Allgemeinzahnarzt erfolgen.

Eine kombinierte kieferorthopädische-kieferchirurgische Therapie gehört zum Spezialgebiet des Praxisteams. Die hohe Erfolgsrate liegt vor allem an der guten Zusammenarbeit und gemeinsamen Behandlungsplanung zwischen dem Kieferorthopäden und Kieferchirurgen.

Der vorgestellte Ablauf ist natürlich vom individuellen Patientenfall abhängig und nur ein Beispiel. In speziellen Fällen, bei sehr schmalen Kiefern, muss am Anfang der Behandlung ergänzend eine Breitenanpassungsoperation des Oberkiefers durchgeführt werden. (Chirurgische GNE)

Insgesamt müssen ca. 2 Jahre Behandlungszeit mit festsitzender Apparatur einkalkuliert werden.

Vorher

Pat E 11 vor

Während

Pat E 13 während

Nachher

Pat E 14 nach