Kiefergelenkserkrankungen

Viele leiden unter Fehlstellungen im Kiefer- und Zahnbereich. Die Ausprägungen sind dabei sehr individuell, da auch nicht jeder Mensch gleich ist. Doch eins haben alle Dysgnathien gemeinsam: Sie führen auf Dauer zu negativen Begleiterscheinungen, wie Gelenk-, Rücken-, Nacken- sowie Kopfschmerzen, es können aber auch Konzentrationsschwächen und Sprachprobleme auftreten. Zudem leidet oftmals die Ästhetik mit! 

Um Sie rundum professionell zu begleiten und zu unterstützen, wird Ihnen von Fachzahnarzt Dr. Kollmannsperger und seinem Frankfurter Team das ganzheitliche Konzept der biologischen Kieferorthopädie geboten. Wir erörtern – gemeinsam mit Ihnen – jegliche Zusammenhänge, Eventualitäten sowie mögliche Wechselwirkungen und fokussieren Schritt für Schritt, wie wir Sie diagnostisch nachhaltig therapieren können.

Art, Ursache & Folge von Zahn- & Kieferfehlstellungen

Anomalien im Mund- und Kieferbereich können angeboren, oder während der jungen Lebensjahre erworben werden. Oftmals resultiert jedoch eine Dysgnathie aus einer Kombination von beidem. Während des sog. Dentalen Alters (Zahnwechselphase), also inmitten der körperlichen Entwicklungsphase eines Kindes, werden Zähne und Kiefer geprägt, wobei bereits hier schon die ersten Fehlstellungen entstehen können. Aus diesen Gründen empfiehlt sich – parallel dazu – mit dem Durchkommen der ersten bleibenden Zähne, mit der kieferorthopädischen Therapiebehandlung Ihres Kindes zu beginnen. 

Denn insbesondere dann, wenn noch Milchzähne im Kiefer vorhanden sind, ist der Therapiebeginn von Vorteil, da jeder neu durchwachsende bleibende Zahn Wachstum mit sich bringt, welches Kieferorthopäden gut für die Kieferregulierung nutzen können. Viele Kieferbewegungen sind nicht mehr so einfach möglich, wenn alle bleibenden Zähne da sind!

Generell werden die Ursachen diverser Fehlstellung wie folgt unterteilt:

  • Genetik/ Vererbung
  • Gewohnheiten/Habits
  • Vorzeitiger Milchzahnverlust

Mikrognathie

Mikrognathie: Teilweise überlappen die unteren Schneidezähne die des oberen Kiefers.

Genetik/ Vererbung

Unter angeborenen Dysgnathien versteht man z.B. eine Nichtanlage von Zähnen, Kieferfehlbildungen oder dentale Missbildungen wie die sog. Lippen-Kiefer-Gaumenspalten. Oftmals tritt ein zu stark ausgeprägter Unterkiefer oder ein zu kleiner Oberkiefer auf, bei dem in extremen Einzelfällen die unteren Schneidezähne die Zähne des Oberkiefers verdecken (siehe Abb.1). Solche Anomalien bezeichnet man in der Fachsprache auch als Progenien. Es kann jedoch auch zu einem zu klein entwickelten Unterkiefer kommen, welcher zu einem Rückbiss oder sog. Distalbiss führt. In diesen Fällen überdecken die Schneidezähne des Oberkiefers entweder die Zähne des Unterkiefers (Deckbiss) oder sie stehen nach vorne gekippt.

Gewohnheiten/ Habits

Spezifische Angewohnheiten (engl. Habits), wie insbesondere das Daumenlutschen, aber auch Eigenarten wie das Zungenpressen, viszerale Schlucken (die Zunge wird während des Schluckens zwischen die Schneidezähne geschoben), das Einsaugen der Unterlippe, die habituelle Mundatmung sowie das Knirschen (Bruxismus), können sowohl Zahn- als auch Kieferfehlstellungen hervorrufen.

Viele Kinder haben sich das Daumenlutschen zur Gewohnheit gemacht: Beobachtungen zeigen, dass mehr als 50% nicht nur Dysgnathien aufweisen, sondern, dass bereits angeborene Dentalanomalien so oftmals verschlimmert werden. Wissenschaftliche Studien schätzen zwar solche Lutschgewohnheiten innerhalb der ersten Lebensjahre (Alter: 2-3 Jahre) als vernachlässigbar ein, jedoch aber ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Daumenlutschen über einen langen Zeitraum – d.h. mehrere Jahre – zur Verformung des Kiefers und somit auch zu Zahnfehlstellungen führt!

Daumenlutschen

Daumenlutschen führt häufig zu einer Fehlstellung oder verschlimmern diese!

Der lutschoffene Biss ist dabei die Konsequenz, welche am häufigsten auftritt. Dieser äußert sich nicht nur durch ästhetische Einschränkungen, auch werden natürliche Funktionen stark minimiert – eine normale Nahrungsaufnahme sowie Lauterzeugung können nicht mehr gewährleistet werden. Im schlimmsten Fall können Sprachprobleme (z.B. Lispeln) auftreten, die später zusätzlich zur kieferorthopädischen Betreuung, mit Hilfe eines Logopäden behoben werden müssen!

Das Knirschen zählt ebenfalls zu den Angewohnheiten, die Kiefer- und Zahnfehlstellungen hervorrufen können. Es geschieht unbewusst, meist nachts, tritt in starken Stressphasen aber auch tagsüber auf. Durch das Aneinanderreiben oder Pressen der Zähne wird der Zahnhalteapparat überlastet, Zähne verschleißen und das Kiefergelenk als auch essentielle Muskelpartien, die der Kaufunktion sowie zur Stabilisierung des Kopfes dienen, werden hierbei enorm beansprucht bzw. geschädigt. Häufig treten auch Schlafdefizite auf oder der Partner fühlt sich aufgrund der nächtlichen Knirschgeräusche gestört.

Bruxismus führt häufig zum Zahnverschleiß sowie zu Schädigungen des Kiefergelenks.

Vorzeitiger Milchzahnverlust

Der vorzeitige Milchzahnverlust ist ebenfalls eine Ursache, welche zu Anomalien des Zahn- und Kiefersystems führen kann. Milchzähne haben insbesondere die Funktion, solange als Platzhalter im Kindesgebiss zu dienen, bis alle Gesichts-, Mund- und Kieferstrukturen ausgewachsen sind. Geht nun ein Milchzahn vorzeitig verloren, z.B. aufgrund eines Unfalls oder durch Karies, entsteht eine Lücke im Zahnbogen. Schnell kommt es zu einem sog. Engstand, welcher später im ausgewachsenen Kiefer zu Platzproblemen und somit zu einer ungleichen Anordnung der Zähne führt. Dies wirkt sich mit der Zeit negativ auf die gesamte Körperhaltung aus, da Becken und Wirbelsäule stetig versuchen diese körperliche Asymmetrie zu kompensieren. Dr. Kollmannsperger und sein Frankfurter Team helfen Ihrem Kind dabei, die Zahnlücke fachmedizinisch zu behandeln und somit ganzkörperliche Beschwerden frühzeitig zu verbessern bzw. diese erst gar nicht entstehen zu lassen!

Weiterlesen

  1. Einleitung
  2. Kiefergelenkserkrankungen
  3. Diagnostik